Feedback, lernen, wachsen dürfen

Durch Lisa Rosa bin ich heute auf ein Video aufmerksam geworden, das es meines Erachtens wert ist, große Verbreitung in der Lehrerschaft zu finden.

Ron Berger from Expeditionary Learning demostrates the transformational power of models, critique, and descriptive feedback to improve student work. Here he tells the story of Austin’s Butterfly. 1st grade students at ANSER Charter School in Boise, ID, helped Austin take a scientific illustration of a butterfly through multiple drafts toward a high-quality final product.

Expeditionary Learning: Austin’s Butterfly: Building Excellence in Student Work – Models, Critique, and Descriptive Feedback CC BY-ND 3.0

Ich finde es absolut fantastisch zu sehen, mit welchem Engagement die Schüler sich Gedanken darüber machen, wie Austin seine Zeichnung verbessern kann. An verschiedenen Stellen hört man sogar emotionale Ausrufe, weil sie sich freuen oder darüber wundern, wie Austin sich von einem zum nächsten Schritt verbessert hat. Außerdem ist die Art des Gesprächsführung von Ron Berger vorbildlich und sehr motivierend (sowohl für die Schüler als auch für mich als zuhörenden Lehrer).

Seit einiger Zeit versuche ich ebenfalls, meinen Schülern häufiger die Möglichkeit zu geben, mehrere Überarbeitungsversionen einer Aufgabe abzuliefern. Ich bin noch nicht so weit, dass sie sich gegenseitig Feedback geben (das ist organisatorisch gar nicht so einfach – bisher gebe ich das Feedback). Aber es zeigt sich schon jetzt, dass dabei wirklich hochwertige und inspirierende Ergebnisse herauskommen können – auch von Schülern, denen man das zunächst nicht zutrauen würde. (Die ersten Ergebnisse sind demnächst fertig).

Das Video von Ron Berger kann jedenfalls eine schöne Inspiration sein, diesen Ansatz häufiger auszuprobieren. Natürlich wird sich das thematisch und organisatorisch nicht überall und immer realisieren lassen, und man wird den Ansatz im Detail auch je nach Fach, Klassenstufe, Aufgabe etc. modifizieren müssen.

Aber dennoch sollte man nicht das Engagement und die Freude vergessen, die bei den Schülern im Video aus den Augen funkeln. Und auch nicht Austin’s Durchhaltevermögen bei der Verbesserung seiner Zeichnung. All das ist in der Schule nicht selbstverständlich und man sollte nach jeder Möglichkeit greifen, es zu fördern.

 

2 Gedanken zu „Feedback, lernen, wachsen dürfen“

  1. Lieber Andreas Kalt,
    vielen Dank für dieses wunderbare Video zum Peer-Feedback. Ich setze den Beitrag zur Zeit in der Lehrer*innenausbildung im Fach Kunst ein, da meine Referendarinnen in der Grundschule sich momentan nicht gegenseitig live im Unterricht besuchen können (Corona). So bin ich auf der Suche nach Filmschnipseln gegangen, die gelungenen Einblick in Kunstunterricht geben können und die ich in einem padlet zusammenfüge. Die angehenden Kunstlehrkräfte haben so wenigstens die Möglichkeit, an sehr guten digitalen Beispielen zu beobachten, wie eine wertschätzende, kindgerechte und fachlich sehr anspruchsvolle Gesprächsführung im Fach gelingen kann. Wissen Sie ob es von diesen Beispielen noch mehrere gibt (gerne auch aus dem englischsprachigen Raum)?
    Viele Grüße,
    Kerstin Neumann, Kunstausbilderin am Studienseminar GHRF Bad Vilbel

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