Organisation des Unterrichts während der Corona-bedingten Schulschließung

Im Folgenden skizziere ich das Konzept, das wir uns an meiner Schule, dem Kreisgymnasium Neuenburg, überlegt haben, um das Lernen unserer Schüler/innen und den Unterricht in den kommenden Wochen während der Corona-bedingten Schulschließung weiterhin zu ermöglichen. Ich veröffentliche diese Ideen hier in Absprache mit meiner Schulleitung, weil wir denken, dass der Austausch untereinander in dieser neuen Situation wertvoll und wichtig ist.

Unterrichtsausfall oder Schulschließung wegen des Corona-Virus: Online-Werkzeuge für den E-Learning-Unterricht aus der Ferne

In vielen Schulen müssen Schüler/innen und Lehrer/innen inzwischen zu Hause bleiben, weil sie sich in Corona-Risikogebieten aufgehalten haben. Auch die temporäre Schließung von Schulen könnte demnächst ein Thema werden. In diesem Kontext haben mich schon einige Kolleg/innen nach Tipps gefragt, mit welchen digitalen Tools man den Schüler/innen Aufgaben zukommen lassen oder den Unterricht als „Fernunterricht“ evtl. auch ohne persönliches Zusammentreffen gestalten könnte.

Berufsorientierung für Schüler/innen mit Instagram

Wir nutzen an unserer Schule einen Instagram-Account, um unseren Schüler/innen Berufsorientierung zu bieten und sie mit Ehemaligen zu vernetzen. Ehemalige Schüler/innen übernehmen den Account jeweils für eine Woche und berichten über Studium, Ausbildung oder Beruf. Alle Follower bekommen so Einblicke in verschiedene berufliche Wege und können während der Woche direkt Fragen stellen. Idee und Ziele Vor einiger Zeit überlegten wir, wie wir die Ehemaligen unserer noch recht jungen Schule in das Schulleben einbinden und mit ihnen in Kontakt bleiben könnten. Gleichzeitig ging es darum, wie man die Erfahrungen der Ehemaligen bezüglich Studien- und Berufswahl für die derzeitigen Schüler/innen zugänglich machen könnte. Weiter lesen …

Die dunkle Seite der Digitalisierung kommt in der Schule zu kurz

Die schulische Auseinandersetzung mit den negativen Aspekten digitaler Mediennutzung ist dringend geboten, damit Schülerinnen und Schüler das positive Potential digitaler Medien erfahren können, ohne Schaden zu nehmen. Gerade digital-affine Lehrerinnen und Lehrer können negative Aspekte glaubwürdig thematisieren und sollten dies daher im Sinne einer umfassenden Medienkompetenzentwicklung regelmäßig tun. Weiter lesen …

Bücher über die Schattenseiten der Digitalisierung

Die Digitalisierung ist ein komplexes technologisches und gesellschaftliches Phänomen. Entsprechend wird viel darüber debattiert, werden viele Heilsversprechen gemacht und gleichzeitig unzählige Klagen darüber geäußert. Wie alle großen technologischen Transformationen bringt auch diese viel Gutes und viel Destruktives hervor und da wir mitten in der Transformation leben, ist die Beurteilung der Entwicklungen nicht immer leicht. Im schulischen Kontext herrschte vor einigen Jahren noch eindeutig die „Erhobener Zeigefinger“-Haltung vor. Viele Lehrer/innen warnten vor digitalen Medien und ihren negativen Folgen. Meinem Eindruck nach beruhten viele dieser Warnungen nicht auf umfassender Beschäftigung oder gar eigener Erfahrung mit digitalen Medien, sondern eher auf einer oberflächlichen Weiter lesen …

10 Irrtümer über digitale Medien

Vor einigen Tagen bin ich wieder auf den Mitschnitt des Vortrags „10 Irrtümer über digitale Medien“ von Christian Spannagel gestoßen. Der Vortrag ist von 2014, ich merke aber bei Fortbildungen immer wieder, dass viele der Irrtümer immer noch im Umlauf sind, teilweise sogar mit Vehemenz geglaubt werden. Daher poste ich hier das Video und eine Liste der Irrtümer mit Zeitcodes auf das Video, um künftig einen Ort zu haben, auf den ich bei einer Diskussion verweisen kann und um es zu erleichtern, Irrtümer individuell aufzugreifen. Schüler/innen können schon alles. [0:38] Die Schule ist nicht zuständig [2:16] Die Schule muss überwiegend vor Weiter lesen …

Ein DokuWiki aktuell halten

Wenn man ein eigenes Unterrichtswiki betreiben möchte, ist die Installation nur der erste Schritt. Danach folgt der inhaltliche Aufbau, der in der Regel Zeit und Energie erfordert. Was man aber nicht vergessen sollte, ist die technische Wartung und Pflege des Systems. Dieser Artikel erklärt, was dafür zu tun ist. Mein Unterrichtswiki ist seit vielen Jahren in einigen Fächern und Klassenstufen fester Bestandteil meiner Unterrichtspraxis. (Näheres in verschiedenen didaktisch orientierten Artikeln). Schon vor längerer Zeit habe ich in einem Artikel beschrieben, wie man ein solches Unterrichtswiki mit DokuWiki als Softwaregrundlage installieren kann (siehe: Ein Unterrichtswiki mit DokuWiki realisieren). Wenn das Wiki Weiter lesen …

Muss mein Kind aufs Gymnasium?

Muss mein Kind aufs Gymnasium?, fragt Christian Füller im Titel seines Buches – und als Leser weiß man natürlich schon bevor man mit der Lektüre beginnt, dass die Antwort nicht „Ja“ lauten wird. Wie sie am Ende lautet, ist allerdings nach der Lektüre des Buches auch nicht ohne weiteres klar. Es geht in dem Buch zwar auch um die Frage, welche Schulform im individuellen Fall die richtige sein könnte, aber es ist nicht – wie der Titel und auch der Untertitel „Bildungserfolg ohne Druck“ vermuten lassen – ein Ratgeber für Eltern, die sich diese Frage stellen. Stattdessen skizziert Füller die historische und aktuelle Weiter lesen …

Fakten statt Bauchgefühl – Für ein Weltbild, das zur Welt passt: Hans Roslings Buch „Factulness“

Neulich las ich einen Artikel bei Perspective Daily, in dem der Soziologieprofessor Holger Lengfeld davon berichtet, dass der Zusammenhalt der Menschen untereinander in Europa durchaus nicht so schlecht sei, wie man das gemeinhin empfinde (Europa ist solidarischer, als du denkst. Hier sind 4 Beweise). U.a. sagt Herr Lengfeld in diesem Interview auf die Frage, warum solche positiven Signale wenig wahrgenommen würden, Folgendes: Ich habe eine Vermutung. Da ich mich als empirischer Sozialforscher verstehe, betone ich, dass ich dafür keine Belege habe. Mir scheint aber, dass es eine schweigende Mehrheit gibt. Und diese schweigende Mehrheit wird bei der heutigen Krisenbetrachtung überhaupt Weiter lesen …

DSGVO – Viel (unnötige?) Arbeit

Wie viele andere beschäftigt mich gerade die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Da ich in vielen Projekten aktiv bin, wo Websites betrieben, Newsletter verschickt, Benutzer registriert werden, ist gerade etwas „Land unter“ was das Arbeitsvolumen angeht. Dabei fällt mir allerdings auch auf, dass im Netz (natürlich, wie immer) auch eine Menge Stuss steht bezüglich dessen, was man als Websitebetreiber, Blogger, Influencer etc. tun muss, um seine Präsenzen „fit“ für die DSGVO zu machen. Die Krönung war auf einer Seite der Satz, dass ab dem 25.05. „WorPress illegal“ sei und Blogger damit „Verbrecher“. Meine Erfahrung in den letzten Wochen war, dass es besser ist, sich primär bei denen Weiter lesen …

Mit Kindern über angemessene Mediennutzung sprechen

Die Frage, wie viel und oft man digitale Medien nutzen sollte, beschäftigt mich in letzter Zeit immer mehr. Zum einen deshalb, weil meine eigenen Kindern langsam in ein Alter kommen, in dem die Einschläge diesbezüglich näher kommen: Freunde und Klassenkameraden haben immer häufiger schon Geräte, man muss also aushandeln, welche Regeln gelten und welche Pensen sinnvoll sind. Außerdem bin ich gerade Klassenlehrer in einer siebten Klasse – das ist ein Alter, in der die Nutzung v.a. des Smartphones bei einigen deutlich anzusteigen scheint und in dem einige Schüler/innen auch schon jenseits jeglicher Kontrolle durch die Eltern digital aktiv sind. Entsprechend Weiter lesen …

Neue Fortbildungsmaterialien zur Arbeit mit digitalen Medien

Während der letzten Monate habe ich zusammen mit drei Kollegen daran gearbeitet, eine schon länger laufende Fortbildung zum Thema „Arbeiten mit digitalen Medien“ zu überarbeiten. Wir hatten die Fortbildung vor vier Jahren konzipiert und seither wurde sie in Baden-Württemberg sowohl als individuelle als auch schulinterne Fortbildung angeboten. Da sich aber die digitale Unterrichtslandschaft natürlich inzwischen verändert hat und v.a. Tablets als Geräteklasse immer mehr auf dem Vormarsch sind, bekamen wir den Auftrag das Material entsprechend anzupassen. Das Ergebnis ist nun auf dem Lehrerfortbildungsserver Baden-Württemberg öffentlich zugänglich: Digitale Medien für das kooperative und individuelle Lernen. Hier sind einige Punkte, die mir Weiter lesen …

Turbo-Digitalisierung – Schnell vorwärts oder doch lieber mal anhalten und zurück schauen?

Maik Riecken schreibt in seinem sehr lesenswerter Artikel „Mehr ‚Wir‘ wagen“ unter anderem davon, dass es mitunter schwierig sein kann, als digital vernetzter Lehrer über die Grenzen der Digitalisierung öffentlich zu sprechen: Mir scheint, dass es zunehmend Menschen gibt, die in Bezug auf Lernen in Zeiten der Digitalisierung die Weisheit mit Löffeln gefressen haben, weil sie Geräte, Apps und Tools einsetzen, die andere Lehrkräfte nicht einsetzen. Das erlebe ich genauso und es beschäftigt mich schon eine ganze Weile, daher möchte ich Maiks Beitrag dazu nutzen, meine eigene Perspektive dazu zu notieren. Ein Schlüsselsatz in Maiks Artikel lautet: Ich konnte all Weiter lesen …

Leseförderung im Fachunterricht der Oberstufe

Meine Schüler/innen lesen für meinen Geschmack zu wenig, v.a. zu wenige Bücher. Und wenn sie lesen (z.B. Lektüren in Deutsch), haben die meisten wenig Freude daran. Im Gegenteil: Viele berichten, dass ihnen viele Deutschlektüren die Lust am Lesen eher verleiden. (Das ist übrigens kein Vorwurf an die Deutschkollegen, sondern eine schlichte Beobachtung. Mir und vielen meiner Mitschüler ging es früher auch schon so – es ist ein altes Problem. Die Gründe dafür sind vielfältig und eine Analyse sprengt hier den Rahmen). Ich persönlich finde, dass zur Entwicklung eines fundierten, differenziertenWeltbildes  die Lektüre von Sachbüchern einen wertvollen Beitrag leisten kann. Daher praktiziere ich seit einigen Jahren eine Art „Leseförderungsprogramm“ in Weiter lesen …

Erklärvideos im Unterricht – Übersicht verschiedener Aspekte

In letzter Zeit kommt bei mir das Thema Erklärvideos im Unterricht immer häufiger auf den Tisch. Es scheint sich in dieser Hinsicht Einiges zu bewegen. Neulich hielten wir im Rahmen der Fortbildung, die ich zusammen mit einem Kollegen gebe, einen Workshop zum Thema Erklärvideos. Zur Ergänzung der Präsenzveranstaltung habe ich einige Hinweise und Links zusammen gestellt, die wahrscheinlich auch ohne den Workshop für interessierte Kolleginnen und Kollegen nützlich sein können: Erklärvideos im Unterricht – Links und Hinweise  

Erklärvideos mit Schüler/innen erstellen: Praktische Tipps und Erfahrungen

Seit einiger Zeit erstellen meine Schüler/innen regelmäßig Erklärvideos im Unterricht. Ausführliche Überlegungen und die didaktische Begründung dazu habe ich in diesem Beitrag dokumentiert. Inzwischen habe ich einige Alltagserfahrungen gesammelt, die ich hier gerne teilen möchte. Es gibt nämlich durchaus einige Fallstricke, die ein Videoprojekt trotz guter Planung noch ins Stolpern bringen können. Die folgenden Tipps beziehen sich auf den eigentlichen Aufnahmetag.

Nur kein Stress – Mein Umgang mit Belastungen im Berufsalltag als Lehrer

Herr Mess ruft zu einer Blogparade auf, bei der es darum gehen soll, welche Quellen von Stress Lehrerinnen und Lehrer in ihrem Alltag sehen und wie sie damit umgehen. Die Leitfragen lauten: Welche Situationen im Schulalltag empfindest du persönlich als belastend? Welche Strategien hast du dir zurecht gelegt, um mit derartigen Situationen zurecht zu kommen? Ich habe die Beiträge der übrigen Teilnehmer/innen noch nicht gelesen – hier geht es gerade auf das Schuljahresende zu und ich habe viel zu tun (was natürlich zum Thema passt). Vorbemerkungen Bevor ich auf die Leitfragen eingehe, scheinen mir einige Vorbemerkungen wichtig zu sein. Wenn Leute darüber Weiter lesen …

Wie wäre es, gebildet zu sein?

Der Schweizer Philosoph Peter Bieri hat 2005 eine Festrede mit dem Titel gehalten „Wie wäre es, gebildet zu sein?“ (PDF) Der Text wurde auch in der Neuen Zürcher Zeitung veröffentlicht. Als ich vor einiger Zeit durch einen Post von Torsten Larbig zum ersten Mal auf den Text aufmerksam wurde, war er für mich einer der seltenen Texte, in denen man die eigenen, manchmal nur diffus gedachten Gedanken, in eloquente Worte gegossen findet und glücklich ist. Glücklich, weil man merkt, dass jemand anders unabhängig von einem selbst zu ähnlichen Gedanken und Rückschlüssen gekommen ist. Und glücklich, weil dieser jemand mit diesen Weiter lesen …

Reflektierende Anwendungskompetenz beim Erlernen von Software aufbauen

Beat Döbeli Honegger formuliert in seinem hervorragenden Buch „Mehr als 0 und 1“, das ich gerade mit viel Freude lese, drei Aspekte „digitaler Allgemeinbildung“: Anwendungskompetenz, Medienbildung und Informatik. Wenn man mit Schüler/innen digitale Medien produktiv einsetzen möchte, z.B. um die Schüler/innen Erklärvideos erstellen zu lassen, mit ihnen zu bloggen oder sie mit einem Wiki arbeiten zu lassen, gilt es in der Regel, zunächst die Anwendungskompetenz im Umgang mit den zu benutzenden digitalen Tools aufzubauen. Ich habe in den letzten Jahren öfter darüber nachgedacht, in welcher Form man mit Lernenden Anwendungskompetenz am besten erarbeitet. Im Wesentlichen scheint es zwei grundlegende Herangehensweisen zu geben: Weiter lesen …