Arbeitnehmerkompetenzen oder Persönlichkeitsbildung?

Telepolis hat ein Interview mit Felicitas Römer, die ein Buch über Arme Superkinder geschrieben hat. Hier ein paar relevante Auszüge aus dem Interview. Ein gutes Beispiel dafür, wie Wirtschaft sich immer mehr in Bildung einmischt, sind die so genannten Kompetenzerfassungsbögen für Kita-Kinder: Hier werden schon bei Kleinkindern exakt die Schlüsselkompetenzen abgefragt, die die OECD – also eine hochrangige und international agierende Wirtschaftsinstitution – für Arbeitnehmer definiert hat. Und Unternehmensverbände und Handelskammern fordern ganz offen, dass Schule die Schüler maximal auf den Arbeitsmarkt vorbereiten soll. Auch die Schulzeitverkürzung war keine Idee von Lehrern und Pädagogen, sondern von der Wirtschaft. Hier geht Weiter lesen …

Raus aus Facebook

Alexander Dill fragt bei Telepolis: Warum verschenken wir eigentlich unser wertvolles Sozialkapital an russische und chinesische Oligarchen und Goldman Sachs? Nach dem Atomaussstieg: Jetzt raus aus Facebook! Er spielt damit auf die letzte Finanzierungsrunde von Facebook an, bei der eine Milliarde Dollar eingetrieben wurden. Weiter schreibt er: Jede Initiative, jeder Verlag, jedes Projekt ist bei Facebook und hofft auf die Währung like. […] Diese Schmeichelei und die zauberhaften, falschen Freunde sind es, die uns glauben lassen, wir bräuchten Facebook. Auch meine Verleger und Redakteure freuen sich über den vermeintlichen Multiplikator Facebook. Wenn ich aussteige, verlieren sie ein scheinbar wertvolles like. Weiter lesen …

Wie funktionieren allgegenwärtige technische Gegenstände?

Bill Hammack lehrt an der Universität von Illinois und ist Engineer Guy. Er erklärt in vielen Videos die technischen Hintergründe von Alltagsgegenständen. Zum Beispiel … Welche Faktoren beeinflussen das Design von Mobiltelefonen? Dieses Video kann man gut im NwT-Unterricht einsetzen, weil die genannten Prinzipien sich auch auf andere technische Produkte anwenden lassen. Mit dem CC Button (steht für closed captions) kann man sich Untertitel einblenden, so dass man den Engineer Guy besser versteht. Wie funktioniert ein Glasfaserkabel? Ein schönes Beispiel dafür, wie man ein an sich schwer zu beobachtendes technisches Prinzip anschaulich machen kann. [Gefunden beim Schockwellenreiter]  

Englisch lernen mit YouTube

Larry Ferlazzo hat einige YouTube Channels zusammen gestellt, die sich für den Englisch-Unterricht eignen. Sehr nützlich. The Best YouTube Channels For Learning English Neben dem Einsatz im Unterricht kann man das auch an Schüler zur Eigenarbeit weiter geben. Ich habe die Seite daher zu meiner Sammlung Englisch verbessern hinzugefügt, auf die ich Schüler verweise, wenn sie selbständig ihr Englisch verbessern wollen.  

Facebook mit Gesichtserkennung

Facebook hat als neuestes »Feature« eine automatische Gesichtserkennung aktiviert. Natürlich standardmäßig eingeschaltet und erst nach der Aktivierung und nach ersten Protesten zugegeben. Derlei respektloser Umgang mit der Ware ist ja üblich. Maik Riecken sieht zu Recht den Damm gebrochen und deutet erste Szenarien an. Bei Richard Gutjahr gibt es eine ausführliche Anleitung, wie man die Funktion teilweise unterdrücken kann Anleitung, wie man die Funktion abschaltet (ganz Abschalten kann man das nicht, die Erkennung scheint grundsätzlich immer durchgeführt zu werden – Dank an Maik für den Hinweis). Die Sicherheitsfirma Sophos hat einen offenen Brief an Facebook geschrieben, in dem sie u.a. fordert, Weiter lesen …

Gute mündliche Prüfungen gestalten

Demnächst steht in Baden-Württemberg wieder das mündliche Abitur an. Meist ist die Prüfung eine „Präsentationsprüfung“, in der der Prüfling ca. 10 Minuten lang einen vorbereiteten Vortrag hält, auf den ca. 10 Minuten Prüfungsgespräch folgen. In selteneren Fällen gibt es zusätzlich eine 20-minütige „klassische“ mündliche Prüfung in einem weiteren Fach. Wenn man zum ersten Mal eine mündliche Prüfung abnimmt, ist es gar nicht so leicht, diese zu strukturieren und sicherzustellen, dass man auch angemessen prüft. Auch die anzulegenden Bewertungskriterien sind möglicherweise etwas unscharf, wenn einem die Erfahrung fehlt. Das Kultusministerium Baden-Württemberg bietet für Lehrer eine Reihe von Handreichungen zur mündlichen Abiturprüfung an, die dabei helfen, Weiter lesen …

Beamerkabel richtig wickeln

Der Schulalltag steckt voller Gefahren. Überall lauern kleine und nicht so kleine Herausforderungen, die täglich gemeistert werden wollen. Manchmal sind die Herausforderungen offensichtlich, anderntags verbergen sie sich in Details (wo ja auch der Teufel steckt). Zu dieser letzten Sorte gehören Beamerkabel. Das Problem Bei uns gibt es – wie an vielen Schulen – mobile Beamer auf Rollwagen. Jeder mit einem langen Kabel ausgestattet, damit man ihn an geeigneter Stelle im Raum platzieren kann. Dieses Kabel birgt mehr Tücken als man auf den ersten Blick meinen möchte. Ein Problem sieht so aus: Verdrillte Kabel, die auf einen Bruchteil ihrer Gesamtlänge zusammengeschnurrt Weiter lesen …

[Typo + Layout] Zentrierte Listen vermeiden

Neulich habe ich im Bus eine Schülerin gesehen, die mit ihren Unterlagen gelernt hat. Dabei war ein Arbeitsblatt, das etwa so aussah: Aufgefallen ist mir die zentrierte Aufzählungsliste im Kasten. Diese Art der Formatierung ist aus mehreren Gründen nicht sehr sinnvoll. Bei einer Aufzählungsliste sollen die Punkte (oder Spiegelstriche etc.) dazu dienen, das Auge rasch von einem Listenpunkt zum nächsten zu führen. Wenn die Punkte nicht untereinander angeordnet sind, sondern weit auseinander liegen, können sie diesen Zweck nicht mehr erfüllen. Zentrierung stört generell den Lesefluss, weil unser Auge beim Lesen sich in jeder neuen Zeile links orientiert. Wenn der Beginn Weiter lesen …

Let them Surf

An der Universität von Süd-Dänemark sollen bis 2012 so viele Prüfungen wie möglich digital abgelegt werden. Dabei werden die Stundenten vollen Internetzugang haben, berichtet die Times Higher Education via Inside Higher Ed. „What you want to test is problem-solving and analytical skills, and … students‘ ability to reflect and discuss one particular topic,“ [Lise Petersen, e-learning project coordinator at the University of Southern Denmark] said. Petersen added that, far from being a soft option, using the Internet as an academic tool was a challenge for most students because of the sheer volume of information available. „The skill is discerning between Weiter lesen …

Mit TextExpander den Posteingang (und nicht nur den) erobern

So when a tool comes along to help me get email out of the way a lot quicker, I’m excited. Without a doubt, TextExpander is that tool. I’ve been using is for just over a month and I honestly don’t know how I could now live without it. Elliot Jay Stocks Für mich ist TextExpander ebenfalls ein Werkzeug, das ich täglich hunderte Male einsetze. Ich habe es hier bereits vorgestellt, möchte aber Elliots Beitrag zum Anlass nehmen, es noch ein Mal hervorzuheben. Es spart wirklich eine Menge Tipperei. Elliot zeigt einige schöne Verwendungsbeispiele, die meine ergänzen. TextExpander.  

Wissen, wie man’s macht

Maik Riecken konstruiert eine gelungene Metapher für verschiedene Ansätze, im Bildungssytem innovativ zu sein: Wasmanie ist einer davon. Handwerk der andere. Lesenswert. Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es. Erich Kästner Außerdem berichtet Maik in den Verlorenen Links (Punkt 2) davon, dass der Pisaversteher weiß, wie „gute Schule“ geht (viele andere meinen das auch zu wissen) – dass „gute Schule“ aber trotzdem nicht realisiert wird. Dieses Paradox kennt man aus vielen (Bildungs)Bereichen. Maik erwähnt den Fachleiter, der weiß wie eine gute Stunde aussieht, aber Schwierigkeiten hat, die Kriterien zu nennen. Ich erinnere mich an einen Fachleiter, der ebenfalls in den Weiter lesen …

Ganze Ordner mit Dropbox freigeben

Je mehr ich in der Schule auch im Unterricht digital arbeite, desto häufiger kommt es vor, dass ich Schülern oder Kollegen Material digital zukommen lassen möchte. Oft ist das nicht nur eine Datei, die man per Mail oder per Dropbox freigeben kann, sondern eine ganze Sammlung von Dateien. Außerdem kommt es oft vor, dass im Laufe der Zeit im selben Kontext weitere Dateien dazu kommen sollen. Das einzelne Freigeben von Dateien macht also wenig Sinn, weil es aufwendig ist und es nötig machen würde, einen Wust von URLs zu verschicken, die vom Empfänger auch gespeichert werden müssten. Gesuchte Lösung Eine Weiter lesen …

Ungeordnete Gedanken zum Lernen und zur Komplexität der Welt

Robert Glashüttner macht sich interessante Gedanken über das Lernen und die Komplexität der Welt. Ich füge hier ein paar ungeordnete Gedanken an. Ich bin immer wieder verblüfft, wenn ich an mir selbst merke, in welcher diffusen Weise Lernen funktioniert. Robert Glashüttner: Die Welt war immer schon komplex Dito. Ich erinnere mich an Momente des Endlich-Verstehens bei Mathematik-Aufgabenstellungen in der Schule, bei denen ich nachher innerlich den Kopf darüber geschüttelt habe, wie umständlich, über unnötige Umwege mir das erklärt worden war. Dieses Verkomplizieren, das ewige Kommunikationsproblem beim (meist schriftlichen) Weitergeben von Wissen, ist eine substanzielle Hürde, die weiterhin und trotz aller Weiter lesen …

iPhone Apps für die tägliche Organisation – nicht nur in der Schule

[Ich wollte] Sie fragen, ob Sie mir vielleicht verraten, welche App Sie als Organizer/Kalender verwenden. Von einem Schüler habe ich die obige Anfrage bekommen. Ich nehme an, dass die Antwort auch für andere nützlich sein kann, daher antworte ich mit diesem Beitrag – speziell für Y. K. :-). Meine tägliche Organisation besteht im Wesentlichen aus drei Bereichen: Notizen, Aufgaben und Termine. Daneben habe ich noch spezielle Bereiche, die sich aus den beruflichen Anforderungen ergeben (Noten, Notizen über Unterrichtsleistungen etc.), die aber für die gestellte Frage nicht relevant sind. Was ich verwende Notizen: Simplenote Für meine Notizen verwende ich Simplenote. Aus meiner Weiter lesen …

Was bringt Bloggen in der Schule?

Tom Whitby stellt in seinem Blog die Frage To Blog or Not to Blog? und diskutiert in dem Beitrag, warum er das Bloggen in der Schule (im konkreten Fall speziell als Möglichkeit, die Schreibfähigkeiten der Schüler zu fördern) für wichtig hält. Es geht ihm unter anderem darum, die Ressentiments von Kollegen gegen das Bloggen zu entkräften. Folgende Aussage von ihm halte ich für besonders wichtig: Every idiot has the ability to publish a blog and everyone does. It is today’s educator’s challenge to teach students the skills needed to publish intelligently and responsibly. Tom Whitby Viele Kollegen bringen meiner Erfahrung Weiter lesen …

An die eigenen Fähigkeiten glauben

Schule soll „ein Ort sein, der den Lernenden die Möglichkeit bietet, an ihre Fähigkeiten glauben zu lernen“ Müller in Kunze/Solzbacher: Individuelle Förderung in der Sekundarstufe I und II, 2009, S. 264; gefunden in: Böhringer et al.: Lernen im Fokus der Kompetenzorientierung (PDF), Landesinstitut für Schulentwicklung Baden-Württemberg, 2009, S. 18. Schöne Zielperspektive, leider allzu oft (noch) nicht die Realität.  

Lese- und Denkstoff zum Jahreswechsel

Zum Jahreswechsel mag sich mancher Gedanken machen über das eigene Tun des vergangenen Jahres und Pläne für das kommende Jahr schmieden. Hier sind einige Anregungen. Taylor Mali: What Teachers Make I make a goddamn difference – now, what about you? Taylor Mali Auch an sich selber denken Eure Oberen kümmert nicht, ob ihr Freude am Beruf habt. Die müsst ihr euch schon immer wieder selber schaffen. Gerhard Sennlaub Gerhard Sennlaub macht sich Gedanken über Lehrers Eigennutz. Über gute Lehrer reden Auch die guten Lehrer sind nicht perfekt. Manchmal sind sie genervt, manchmal platzt ihnen der Kragen, manchmal sind sie frustriert, manchmal Weiter lesen …

Handschriftlich oder digital? – Unterrichtsplanung digital!

Aber ich frage mich zunehmend, wie viel Zeit wir in der Schule völlig ineffizient für Abschriften verschwenden. Ich warte auf den Beweis, dass sich beim Abschreiben Inhalte eher festigen – das wird ja oft als Argument ins Feld geführt. Maik Riecken Sehe ich genauso. Das obige Zitat stammt aus einem Beitrag, der nur am Rande mit der Frage Handschrift vs. digitale „Schrift“ zu tun hat. Maik Riecken beschreibt, wie er seine Unterrichtsplanung digitalisiert und dabei merkt, wie viel Freude das machen kann. Es geht mir auch oft wie Maik, dass ich während der Stunde Ergänzungen mache, die Notizen aktualisiere oder Weiter lesen …

Was Schüler (mit Interesse und Selbstbestimmung) leisten können

Im Fach Naturwissenschaft und Technik führen wir an unserer Schule in Klasse 10 zum Abschluss der »NwT-Laufbahn« der Schüler (in der Kursstufe gibt es noch kein NwT) ein großes und sehr frei gehaltenes Projekt zum Thema ›Sonne‹ durch. Darüber hinaus wird in der Regel eine Klassenarbeit als »freie Arbeit« geschrieben, bei der die Schüler sowohl das Thema als auch die Form selbst wählen dürfen (hier die möglichen Formen). Im konkreten Fall war die Vorgabe, dass die Arbeit im weitesten Sinne etwas mit den Thema »Sonne« zu tun haben muss. Es kommt regelmäßig vor, dass bei dieser »freien Klassenarbeit« Spitzenleistungen erbracht Weiter lesen …